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Heute zur Engholm Rede "Was die Welt zusammenhält"

14./15. April 2018 (HL-Red-RB) Am vergangenen Wochenende hatte Lübeck-TeaTime als "Gedanken zum Sonntag" den Beitrag von HL-live - Pastor Heinz Rußmann übernommen. Hier noch einmal die daraus einleitenden Ausführungen:
") Für heute und auch den morgigen Sonntag soll nachfolgender "Veranstaltungshinweis" einschließlich der drin ausgeführter Gedanken, den HL-live - Pastor Heinz Rußmann vorgestellt hat, als solche als Einstieg gelten:
"Was hält die Welt im Innersten zusammen? Dieser Frage ist Björn Engholm beim Jazz-Gottesdienst in Lübeck-Karlshof nachgegangen. HL-live.de Pastor Heinz Rußmann führt in seinen Gedanken zum Wochenende in das Thema ein.
Am Sonntag, 8. April, um 14 Uhr können Sie, liebe Leserin, lieber Leser im Radio den Jazzgottesdienst vom 25. März (auf Antenne UKW 98,8 und im Kabel auf 106,5 MHz) sich anhören mit der religiösen Rede von Björn Engholm. Neunzehn Mal hatte er sich dort im Jazzgottesdienst tiefschürfende Themen ausgesucht und gründlich bedacht und gelöst. Seine zwanzigste Rede war ein Höhepunkt des Tiefsinns. Thema: Was die Welt im Innersten zusammenhält. Das Thema gehört zu den Endlos-Fragen der Menschheit wie auch: "Warum ist überhaupt etwas, warum ist nicht Nichts? Gibt es ein Leben nach dem Tod?"
Ich möchte heute Engholms Rede nicht wie sonst referieren. Ich fürchte, damit Ihre Neugierde zu dämpfen. Ich fände es besser, wenn Sie die Engholm-Rede im Radio sich direkt anhören und bedenken.
Mit einleitenden Gedanken möchte ich Sie heute neugierig machen: Was hält das Weltall im Großen und im Kleinen zusammen? Warum fliegt nicht alles ungeordnet auseinander zwischen den Sternen und Atomen und überall? Eine allumfassende Erkenntnis ist gefragt!"

Für dieses Wochenende, also gestern und heute, ging Heinz Rußmann nun genauer, wenn auch nicht mit dem Original-Wortlaut auf die Engholm-Rede ein und schreibt dazu Folgendes:
"Engholm Rede: Was die Welt zusammenhält
Vor einer Woche übertrug der Offene Kanal den vollständigen Engholm Jazzgottesdienst in St. Stephanus. HL-live.de Pastor Heinz Rußmann fasst in seinen Gedanken zum Wochenende die Rede des ehemaligen Ministerpräsidenten zusammen.
Heute möchte ich seine interessante und tiefschürfende Rede noch einmal so für Sie rekonstruieren so gut es geht. Meine Rekonstruktion nach dem Gehör ist unvollkommen, aber zeigt doch das Wesentliche.

Engholm am 25. März gegen 11.30 Uhr von der Kanzel der St. Stephanus Kirche:

Wenn wir richtig rechnen, versuche ich heute zum zwanzigsten Mal hier im Jazzgottesdienst was Geistreiches zu sagen. Eine nicht leichte Aufgabe, wenn man kein Pastor ist. Herr Rußmann hat in der Begrüßung des OzD Chors gern erinnert an die Oberschule zum Dom und an das Johanneum.

Also fangen wir doch mit gymnasialen Schulerinnerungen an. Erinnern wir uns doch an Goethe, von dem mein Rede-Thema stammt. In seinem Drama Faust sagt er: Habe nun Philosophie und ach Theologie studiert mit heißem Bemühn um zu erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält, und sehe dass wir nichts wissen können. Habe mich nun der Magie ergeben. Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor. Im ersten Teil des Dramas scheitert Faust an der Frage ohne eine Antwort.

In zweiten Teil des Faust sieht er, dass Liebe und Hass die Welt im Innersten zusammenhalten. Sie konkurrieren miteinander. Später kommt er darauf, dass Gerechtigkeit eine Gesellschaft zusamenhält. Keine Gesellschaft ohne Gerechtigkeit. Im Egmont hält die Freiheit die Welt zusammen. Ich entfalte frei meine Fähigkeiten. Wichtig ist, dass ich meine Freiheit für das Gemeinwohl einsetze und nicht für den Egoismus und persönlichen Vorteil.

Später kommt Goethe darauf, dass Bildung und Aufklärung die Welt zusammenhalten. Nur dadurch können wir immer besser und wahrheitsgemäßer erkennen, was in unserer Welt gespielt wird. Zu bedenken ist, dass Goethe kein bekennender Christ ist, sondern eher ein Pantheist und Neuhumanist. Er findet Gott in der Natur und die Natur in Gott.

Trotzdem kennt sich Goethe in der Bibel aus. Vieles hat er der Bibel entnommen und folgt Jesus. Die Liebe ist das Zentrum. Schon Faust hat große Sehsucht nach Liebe. Goethe hat mit der zentralen Liebe Jesu in der Bibel viel gemeinsam. Die Arbeiter im Weinberg werden mit Liebe entlohnt. Freiheit darf nicht entzweien. In der Bergpredigt heißt es zentral: Du sollst Deinen Nächsten lieben, auch den Fremden und gar Feind. Im ersten Korinther-Brief des Paulus gibt es das Hohelied der Liebe im 13. Kapitel. Die Liebe ist langmütig und freundlich, sie bläht sich nicht auf, sie sucht nicht das ihre. Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen. ... Nun aber bleiben Glaube, Liebe, Hoffnung. Die Liebe ist die größte unter ihnen.

Aus der Liebe folgt auch die Friedfertigkeit. Die gerne zerstörend streiten sind allemal Toren. Ein aktuelle Torheit verbreitet gerade Präsident Trump. Weil es Attentate auch in Schulen gibt, sollen die Lehrer mit Maschinen-Pistolen vor ihre Klasse treten.

Johannes Rau, der frühere Ministerpräsident hat allen Menschen empfohlen, das Neue Testament zu lesen. Dann verstehen wir, was dem Frieden dient. Und der Prophet Micha formuliert: Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.

Heute gilt: Nur christliche und neu-humanistische Ethik hat Zukunft für unsere Welt! Das steht schon an unserem Holstentor seit Jahrhunderten. Concodia domi, foris pax. Eintracht drinnen, Friede draußen. Wir haben ja einen neuen Stadtpräsidenten. Er will neue Impulse setzen und wie schon der Prophet Jeremia forderte: Der Stadt Bestes tun! Nicht nur kritisieren. Wenn wir uns nicht alle einbringen durch Einsatz, Versammlungen besuchen, diskutieren und helfen, verwelkt womöglich unsere Demokratie. Platon hat schon gesagt: die sich für zu klug halten sich einzubringen in das Gemeinwohl, müssen erleben, dass sie regiert werden von Menschen, die dümmer sind als sie selbst.

Damit in Zukunft alles zusammenhält im Innersten, müssen wir uns einbringen für das Gemeinwohl. Rühren wir uns in Zukunft stärker als bisher!

Dieser Rede von Björn Engholm können wir uns doch mit Zustimmung und mit Dank gern anschließen.
...".

Entsprechenden an dieser Stelle wiederholten Dank an Pastor Heinz Rußmann für sein Einverständnis, dass Lübeck-TeaTime seine HL-live - Beiträge auch hier vorgestellt werden dürfen.

Dennoch möchte ich nicht verhehlen und zugeben, gerne mehr über die Fragen "Warum ist überhaupt etwas, warum ist nicht Nichts? Gibt es ein Leben nach dem Tod? zu erfahren. Selbstverständlich ohne Anspruch auf eine Antwort, die ein Glauben in sich aufheben würde. An dieser Stelle breche ich übrigens meine Darlegungen ab, weil ich schon so weit vorangeschritten bin darin, daraus für einen der kommenden Sonntage einen „eigenen“ Beitrag als Einstieg in solchen zu schreiben. So aus meiner Erkenntnis, dass in uns so viele Ideen und Talente stecken, die es nur gilt, sich diesen zu öffnen. Wenn jemand dafür bewundert wird mit der Feststellung, selbst darüber nicht zu verfügen, liegt es eben zumeist nur daran, sich durch ein Bewundern selbst zu sperren, anstatt sich, wie bemerkt, diesen zu öffnen – mit welcher individuellen Bandbreite auch immer. Überraschung jedenfalls garantiert...

So wünsche ich Ihnen, verehrte Gäste in Lübeck-TeaTime, einen gesegneten Sonntag,
Reinhard Bartsch
Herausgeber Lübeck-TeaTime

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