Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Klicken Sie hier für weitere Informationen.
Hier klicken, um diese Nachricht nicht mehr anzuzeigen.



Agentur für Arbeit Lübeck

Arbeit Wirtschaft H'werk Politik

Einstiegsqualifizierung als Sprungbrett in die Ausbildung

01. November 2018 (HL-Red-RB) In Zeiten, in denen es für Unternehmen schwieriger wird passende Fachkräfte zu finden, gewinnt die Ausbildung junger Menschen weiter an Bedeutung. Diese Botschaft ist auch in den Betrieben angekommen, denn seit Oktober 2017 wurden 3.840 Ausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur Lübeck gemeldet, 198 mehr als im Vorjahr und so viele wie zuletzt vor 25 Jahren. Gleichzeitig haben 2.732 Jugendliche (-244) die Berufsberatung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet. Mehr offene Lehrstellen als gemeldete Bewerberinnen und Bewerber bedeutet jedoch nicht automatisch, dass es für alle jungen Leute leicht ist, den Einstieg ins Berufsleben direkt zu schaffen.
Eine Brücke in die Ausbildung kann zum Beispiel die Einstiegsqualifizierung (EQ) sein. Sowohl für Betriebe als auch Jugendliche eine gute Möglichkeit, sich kennen zu lernen. Das betriebliche Langzeitpraktikum orientiert sich an Ausbildungsinhalten anerkannter Ausbildungsberufe und ist ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis bei dem zwischen Betrieben und Jugendlichen ein Vertrag abgeschlossen wird. Eine EQ dauert mindestens sechs bis maximal 12 Monate und geht bis zum Ausbildungsbeginn. Begleitforschungen belegen, dass 60 bis 70 Prozent der Teilnehmenden in eine Ausbildung einmünden. Seit Jahresbeginn haben 98 junge Menschen in Lübeck und Ostholstein mit einer EQ gestartet.

Von diesem Langzeitpraktikum profitierte auch Ole Haase. Der 18-Jährige hatte im Juli 2016 seinen Hauptschulabschluss an der Wilhelm-Wisser-Schule in Eutin erworben. Acht Monate jobbte er als Helfer im Gartenbau bevor er am 30. Oktober 2017 mit einer EQ bei der Eutiner Spedition Günther Moser GmbH & Co.KG startete. Hier bekam er die Chance, sich zu beweisen.



Bernd Moser (l.) gab Ole Haase eine Chance.


„Noten sind für mich nicht ausschlaggebend. Viel wichtiger ist die Motivation und das Interesse. Ich habe seit 1986 mehr als 70 junge Leute ausgebildet und auch mit EQ gute Erfahrungen gemacht. Zehn bis 12 werden es inzwischen gewesen sein. Die Langzeitpraktikanten werden von Anfang an wie Auszubildende im ersten Lehrjahr behandelt. Sie lernen die Praxis kennen und gehen auch zur Berufsschule. So können sie Erfahrungen sammeln und sich im Alltag austesten. Wenn die schulischen und betrieblichen Leistungen stimmen, starten sie bei uns nach der EQ auch direkt im zweiten Ausbildungsjahr“, erläutert Bernd Moser, Inhaber und Geschäftsführer der Spedition. „Ole machte sich gut. Er ist ein netter Junge, hilfsbereit, zuverlässig und interessiert. Deshalb haben wir ihn am 01. August 2018 in die Ausbildung zum Berufskraftfahrer übernommen“, ergänzt Moser. Der Familienbetrieb wurde 1959 gegründet und hat inzwischen mehr als 40 Mitarbeiter und 15 Auszubildende. Von Lebensmitteln bis Konsumgütern transportiert das Unternehmen alles für große Provider in Deutschland, Skandinavien, Benelux, Österreich und der Schweiz.


Diese Möglichkeit, in andere Länder zu reisen, reizt Ole Haase. Sein Interesse für Fahrzeuge kann er hier auch ausleben. Während der EQ hat er in der Werkstatt mitgeholfen und ist bei Tagestouren mitgefahren. Ihm ist bewusst, dass es ein stressiger Beruf sein kann, aber die Bezahlung als Azubi stimmt und die Zukunftsaussichten sind gut. „Ich habe meinen Traumjob gefunden! Das, was ich in der EQ gelernt habe, kann ich jetzt auch in der Schule gut nutzen. Wenn es mit der Ausbildung nicht geklappt hat oder wer erstmal den Job kennen lernen möchte, dem kann ich die EQ wirklich empfehlen“, rät er anderen Jugendlichen.


„Das Angebot an Ausbildungsstellen ist in unserer Region sehr gut. Dennoch gibt es jedes Jahr Jugendliche, die diese zweite Chance über EQ brauchen. Deshalb möchten wir mit diesem Beispiel auch anderen Personalverantwortlichen Mut machen, jungen Menschen mit Startschwierigkeiten eine Chance zu geben. Wir können auch mit der „Assistierten Ausbildung“ oder den sogenannten ausbildungsbegleitenden Hilfen unterstützen und so zum Ausbildungserfolg beitragen. Sprechen Sie den Arbeitgeber-Service gerne an“, bietet Markus Dusch, Chef der Agentur für Arbeit Lübeck, Unternehmen an.


Markus Dusch

„Wer 2019 mit einer Ausbildung starten möchte, sollte nicht zu lange zu warten. Je früher man sich bei uns meldet, umso größer sind die Chancen, eine Ausbildungsstelle im Wunschberuf zu finden. Das Auswahlverfahren ist in vollem Gang. Uns liegen bereits über 2.000 Ausbildungsstellen vor. Ausbildung oder duales Studium kann auch für Abiturienten ein interessanter Karrierestart sein. Die Berufsberatung informiert gerne über die Berufsalternativen“, so Dusch.


Einen Termin zur Berufsberatung sollten Jugendliche schnellstmöglich unter der kostenfreien Hotline 0800 4 5555 00 vereinbaren.


Quelle inkl. Fotos:
Agentur für Arbeit Lübeck
www.arbeitsagentur.de

Impressum