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Agentur für Arbeit Lübeck

Kultur Wissenschaft Ausbildung

L. Gallinat zur "Lesung von Emily Walton in Kulturrösterei HL"

17. Juli 2011 (HL-Red-RB) Es war ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Event. Am letzten Freitag las die GEDOK-Stipendiatin Emily Walton aus Wien in der Lübecker Kulturrösterei nach einführenden Worten HannaH Raus, Fachbeirätin der Gruppe Literatur, unter dem Motto "Kaffee. Satz.Lesung" aus ihrem vielschichtigen Werk.
Emily Walton gefällt durch genaue Beobachtung und überzeugt auch im Deskriptiven. Sie ist oft skurril, grotesk und bizarr und offenbart auch die dunklen Seiten des Lebens. Die Atmosphäre ihrer bisweilen kafkaesk anmutenden Prosa ist dicht. Die Autorin bewegt sich reizvoll zwischen Sexualität und Obszönität und generiert oft auch morbide und enigmatisch-kryptische Passagen. Sie dekonstruiert auch subtil Idyllen, gängige Klischees und Illusionen und scheut keine schwierigen Themen. Die hintergründigen Texte sind psychologisch reizvoll und bisweilen existenzialistisch orientiert. Emily Walton besitzt eine starke Imaginations- und Ausdruckskraft. In ihrem magischen Realismus beschreibt sie urkomisch und drollig die Wiener Atmosphäre und demaskiert auch den "Heiligen Sonntag". Ihr glücken interessante Psychogramme. Bisweilen kommt sie aber auch derb und drastisch daher. Satirisch, persiflierend, karikierend und ironisch und mit ihrem eigenwilligen Humor gestaltet sie die scheinbare österreichische Behaglichkeit. Die Prosa erinnert mit ihrem intensiven und fokussierenden Erzählsog an filmische Sequenzen. Die Autorin bringt auch kunstvoll die pathologischen Aspekte des Lebens zur Sprache und offeriert witzige und pointierte Schlüsse. Sie hat den nötigen Biss, schreibt eindringlich und gewährt einen feinsinnigen Einblick in ihr seelisches Interieur.
Emily Walton, geboren 1984 in Oxford, England, studierte Journalismus an der FH Wien und schreibt als Journalistin und Autorin.
Ihre Prosatexte werden in Literaturzeitschriften und Anthologien publiziert.
Für die kongeniale, virtuose und brillante musikalische Umrahmung mit Stücken von Mel Bonis, Dmitri Schostakowitsch, Aram Khatschaturian und Maria Schimanowska sorgte Marianne Schobert am Klavier.
Alle Künstlerinnen wurden schließlich bei dieser Veranstaltung im Rahmen der Reihe "GEDOK unterwegs" mit sehr viel Beifall bedacht.

Lutz Gallinat

© Lutz Gallinat ü/Lübeck-TeaTime - info@luebeck-teatime.de

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