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Neue Konzepte für attraktive City:Vom Autohaus bis Ki-Betreuung

25. Februar 2010 (HL-Red.). Ein Autohaus in bester Citylage? Mit diesem auf den ersten Blick ungewöhnlichen Konzept hat die Auto Centrum Lass GmbH & Co. KG in Rendsburg ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. „Wir haben sofort eine große Aufmerksamkeit erregt und sind zentraler Ansprechpartner für die Kunden“, so Stefan Schmitz, geschäftsführender Gesellschafter des Autohauses. Er präsentierte sein Konzept auf dem „Stadtmarketingtag Schleswig-Holstein 2010“ der IHK Schleswig-Holstein in den Lübecker Media Docks.

„Was für uns ein
erfolgreiches Marketinginstrument ist, nutzt auch der Stadt: Mit diesem gegenläufigen Trend,
in die City zu gehen, steigern wir die Attraktivität der Innenstadt“, sagte er vor 170 Zuhörern,
unter ihnen Volker Dornquast, Staatssekretär im Innenministerium des Landes Schleswig-
Holstein, und Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe.
Die Beispiele aus der Praxis standen im Mittelpunkt der Veranstaltung mit dem Titel „Die
Innenstadt – ein unternehmerischer Ort“. Auch das „Dunkelkaufhaus“ in Wetzlar hat sich
nach nur einem Jahr etabliert, sagte Professor Dr. Jürgen Erbach von der Fachhochschule
Hildesheim/Holzminden/Göttingen. Er hatte das Konzept zur Attraktivitätssteigerung der
Innenstadt initiiert, um ein leer stehendes ehemaliges Kaufhaus weiterhin nutzen zu können.
„Wetzlar hat ein Optik-Cluster. Da dieses Potenzial viel zu lange ungenutzt blieb, haben wir
das Thema Sehen in den Mittelpunkt gerückt.“ Im Dunkelkaufhaus können bis zu zehn
Kunden wie Blinde bei völliger Dunkelheit tasten, fühlen und riechen. „Besonders schwierig
wird es beim Getränkebestellen und Bezahlen im Café“, so Erbach. Der Zulauf sei schon
nach kurzer Zeit sehr groß gewesen. Von der Attraktivität des Dunkelkaufhauses profitiere
auch die Innenstadt.
Auch die Volksbank Kiel hat mit einem neuen Konzept das Image des eigenen
Unternehmens und zugleich die Attraktivität der City gesteigert. Beim Umbau des Innenstadt-
Pavillons hat das Institut auf Kinderbetreuung gesetzt. „Diese fehlte bis dahin in der City, es
gab keine Angebote für Eltern, die ihnen ein entspanntes Einkaufen ermöglichten“, sagte
Marketingleiter Jens Harder. „Jetzt gibt es nur Gewinner: Unsere Kunden, die neue
Möglichkeiten haben, mit Kindern einen Einkaufsbummel zu machen, und die Händler, die
mehr Kunden haben, weil diese entspannt shoppen gehen.“ Aber auch die Stadt profitiere
erheblich davon, dass die Mädchen und Jungen gegen eine geringe Gebühr bis zu sechs
Stunden spielen können, denn die Volksbank habe eine Servicelücke geschlossen und
zugleich die Attraktivität der Kieler Innenstadt für Kunden erhöht, indem sie mehr Eltern
anlockt. „Und wir haben unser Ansehen gesteigert“, so Harder.
Der Schmuggelstieg in Norderstedt bildete ein gutes Beispiel für das Zusammenspiel von
Flächenmanagement und Flächennutzung, das mittlerweile auch mit dem angrenzenden
Straßenbereich in Hamburg-Ochsenzoll eine innovative und zukunftsorientierte Aufwertung
des Standortes mit sich bringt. Professor Dr. Bernd Rohwer, Hauptgeschäftsführer der IHK
Schleswig-Holstein, betonte, die Attraktivität der Innenstädte hänge von der Ausgewogenheit
des gesamten Angebotes ab, angefangen bei den Sortimenten in den Geschäften über die
gute Erreichbarkeit bis hin zur Kinderbetreuung. „Das Einkaufen in den Innenstädten bringt
den Kunden Spaß – aber wir müssen die Citys weiter profilieren.“ Auf dem siebten
Stadtmarketingtag habe es viele Anregungen für die Verantwortlichen in den
Kaufmannschaften und Verwaltungen gegeben, wie sie die Attraktivität ihrer
Einkaufstandorte steigern können.
Obwohl es den Industrie- und Handelskammern im Land sowie den Kaufleuten noch nicht
ganz gelungen sei, das Thema Stadtmarketing in den Köpfen der Entscheider zu verankern,
habe es bereits große Fortschritte gegeben, zog Björn Ipsen, Federführer Handel und
Stadtmarketing der IHK Schleswig-Holstein, Bilanz. „Wir werden das Netzwerk, das wir mit
dem Stadtmarketingtag geschaffen haben, weiterhin nutzen, um die Einzelhandelsstandorte
im Norden weiterzuentwickeln.“

Quelle: IHK SH

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